Ein kurzer Überblick zum
Holzknechtmuseum Ruhpolding


 

Mit dem Holzknechtmuseum wurde im Jahre 1988 ein in Bayern einmaliges Spezialmuseum eröffnet. Schon seine Lage inmitten der reizvollen Chiemgauer Alpen, 7 Kilometer hinter Ruhpolding, ist einen Besuch wert. Sein Standort ist auch Ausgangspunkt für viele Berg- und Almwanderungen sowie Radausflüge in die grenznahe Ruhpoldinger Bergwelt.

Das Museumsgebäude wurde im Stil der kurfürstlich-königlichen Salinenverwaltungsgebäude mit Krüppelwalmdach neu gebaut. Das Wiederaufnehmen dieses Baustils soll in Erinnerung bringen, dass sich der Holzknechtberuf aus dieser Zeit heraus entwickelt hat, als große Mengen Holz geschlagen und zur Befeuerung der Saline nach Traunstein (1619 bis 1912) gebracht werden mussten.

Auf zwei Stockwerken werden die Geschichte der Holzknechte, ihre Lebens- und Arbeitsbedingungen und die Entwicklung ihrer Geräte und Werkzeuge vermittelt.
Den Mittelpunkt der musealen Präsentation bildet der Mensch, der Holzknecht, der in vielen Bereichen seiner mühsamen und gefährlichen Arbeit gezeigt wird. Tonbeispiele und Szenarien mit lebensgroßen Figuren entführen den Besucher in seine Welt. 



In einem zweiten Komplex werden die wichtigsten Aspekte der Waldarbeit sowie Werkzeuge und Geräte gezeigt. 



Im ersten Obergeschoss steht die Holzbringung im Zentrum. Eine große Inszenierung und zwei Filmausschnitte zur Schlittenbringung im Winter und zur Holztrift machen die Arbeitswelt lebendig. Themen, wie Aufforstung, Säen, Pflanzen und Pflegen weisen auf Bereiche hin, die heute immer wichtiger werden, um den Lebensraum Wald als Ökosystem, Erholungsraum und Ressource zu erhalten.



Ein modernes Sonderausstellungsgebäude mit 300 m² Ausstellungsfläche kam im Jahre 2000 hinzu. Hierin werden wechselnde Sonderausstellungen zu verschiedensten Bereichen gezeigt, aber auch musikalische Darbietungen oder Kunstausstellungen. Das Museum wird so Anziehungs- und Kommunikationspunkt für unterschiedliche Interessensgruppen.



Ein weiterer Schwerpunkt des Museums ist das 30.000 m² großen Freigelände mit transferierten und nachgebauten Forsthütten und „Holzerstuben“ aus dem Gebiet der ehemaligen Saline Traunstein. In diesen Hütten kann das Leben der Holzknechte, die die Woche über im Wald blieben, nachempfunden werden. So sind einige Hütten originalgetreu eingerichtet worden, andere wiederum zeigen kleine themenspezifische Dokumentationen.
Die Unterkünfte reichen vom „urigen“ Rindenkobel über einfache Hütten bis hin zu zweistöckigen, mehrräumigen Gebäuden, den sog. Leitstuben, in denen 12 Personen hausen konnten. Einige Hütten haben einen Stall, in dem ein bis zwei Pferde untergebracht wurden.



Im Freigelände werden aber auch Methoden der Holzbringung gezeigt. Man sieht Loite und Riese sowie Seilbahnen, wie sie draußen im Wald Verwendung fanden.
Ein Sägegatter verdeutlicht die Nähe zur Holzverarbeitung, ein Kohlenmeiler mit Köhlerhütte demonstriert einen anderen „Waldberuf“.